02.09.2020 Weitere PAWENA-Maßnahme im Rahmen der Sicherstellung der Wasserversorgung im Nordelsass und der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern gestartet

(Lk) Die Erneuerung der Trinkwasserverbindungsleitung vom elsässischen Riedseltz zum nahegelegenen Schafbusch oberhalb von Wissembourg kann losgehen. Der „Spatenstich“ erfolgte am 2. September 2020 an der Gemeindehalle in Riedseltz. Président Charles Graf des Syndicat Mixte (syndicat mixte de production d’eau potable de la région de Wissembourg) begrüßte namentlich die geladenen Gäste der beteiligten Projektpartner.

Seinem Vorgänger im Amt, dem erst kürzlich verstorbenen Fernand Steiner, wurde in einer Schweigeminute gedacht.

In allen Redebeiträgen wurde die Wichtigkeit des EU-Projekts PAWENA und die damit einhergehende Förderung und Erhaltung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gelobt. Trotz Corona und den damit verbundenen Einschränkungen und Behinderungen gab es keinen Abbruch der Beziehungen.

Président Charles Graf umriss den bisherigen Verlauf der guten Zusammenarbeit zur Versorgung der Region mit Trinkwasser und die notwendigen Vorarbeiten für die neuen PAWENA-Projekte.

Hermann Bohrer, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, erläuterte, dass die Erneuerung der Hauptleitung ein wichtiges Projekt zur Gewährleistung der Trinkwasserversorgung in Zeiten des Klimawandels darstelle. Wasser könne damit in Notzeiten künftig auch von Neuhäusel am Rhein bis nach Bad Bergzabern geleitet werden. Er wünschte dem Projekt einen guten Verlauf.

Der neu gewählten Bürgermeisterin der Stadt Wissembourg, Sandra Fischer-Junck (Maire de la Ville de Wissembourg), liegt insbesondere die Erhaltung der Biodiversität am Herzen und sie betonte die integrierte Erhaltung und den Schutz der Naturschutzgebiete. Auch sie wird die grenzüberschreitende Arbeit gerne weiterführen - „Nous avons besoin les uns des autres - wir brauchen einander!“

Prof. Dr. Hannes Kopf, der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, die als Koordinierungsstelle für Interreg-Projekte die Beteiligung verschiedener Ministerien zusammenführt, wünschte ein „gute Rohrverlegung“ und lobte die Vernetzung der Trinkwasserversorgung. Dies zeige den Bürgern die alltagsrelevanten Vorteile grenzüberschreitender Projekte.

Grenz- und generationenüberschreitende Solidarität ist das Herzensanliegen von Evelyne Isinger. Die Abgeordnete der Région Grand Est appellierte an die Fortführung der Zusammenarbeit und dankte insbesondere dem Riedseltzer Bürgermeister René Richert, der sich immer wieder als „Moteur formidable“ für den Erhalt der offenen Grenzen einsetzt.

 

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06. März 2020 Offizieller Spatenstich für das neue Wasserwerk Steinfeld

Steinfeld. Am 7. November 2019 wurde der Förderbescheid für das neue Wasserwerk in Steinfeld übergeben. Fast genau vier Monate später, am 6. März, traf man sich an selber Stelle und bei ähnlich nass-kaltem Wetter wieder, um offiziell den ersten Spatenstich zu machen.

Was lange währt, wird endlich gut. Seit 30 Jahren sei man mit dem Projekt befasst, informiert Verbandsbürgermeister Hermann Bohrer. „Das Wasserwerk in Steinfeld ist das Herzstück unserer Wasserversorgung im Bad Bergzaberner Land“. Er freut sich über den offiziellen Beginn der Baumaßnahmen.
Der Neubau ist Teil des grenzüberschreitenden Interreg V A „Oberrhein“-Projekt „PAWENA“. Rund zwei Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fließen im Rahmen des Projekts in die grenzüberschreitende Grundwasserbewirtschaftung in der Südpfalz und im Nordelsass.
„PAWENA“ – das steht für „Pfalz Alsace Wasser Eau Nature - ermöglicht einen gegenseitigen Austausch von Trinkwasser zwischen dem Nordelsass und der Südpfalz und stellt damit die Wasserversorgung auch in Trockenzeiten sicher. Das Wasserwerk in Steinfeld bereitet seit seiner Inbetriebnahme Grundwasser aus einem Aquifer auf, der sich auf deutscher und französischer Seite befindet. Durch den Neubau wird die Bewirtschaftung des Grundwasserleiters effizienter, schonender und nachhaltiger.
Die Verbandsgemeinde verpflichtet sich, das Wasser aus dem grenzüberschreitenden Grundwasservorkommen aufzubereiten und allen Partnern in Deutschland und Frankreich zur Verfügung zu stellen. Neben dem Neubau des Wasserwerks Steinfeld wird eine Pumpstation zur Notversorgung der Stadt Bad Bergzabern errichtet.
Projektträger ist der grenzüberschreitende Zweckverband Wissembourg – Bad Bergzabern mit der Verbandsgemeinde und den Stadtwerken Bad Bergzabern sowie der Stadt Wissembourg und dem Syndicat Mixte de production d'eau potable und den Stadtwerken.
Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt sprach ihren Respekt und ihre Anerkennung dafür aus, dass solch ein Projekt so kooperativ und freundschaftlich angepackt werden könne. Dieser Neubau zeige den Menschen, was grenzüberschreitend bedeute. Auch Themen wie Bildung, Kultur, Verkehr und Medizin, machten an der Grenze keinen Halt. Sie freut sich über 30 Jahre Interreg, wobei dieser Spatenstich den Auftakt für das Jubiläumsjahr bildete.
Der Bau hat ein Investitionsvolumen von 4,6 Millionen. Bauherr sind die Verbandsgemeindewerke Bad Bergzabern, die mit dem Neubau ein wichtiges Element des Gesamtprojektes realisieren. Das derzeitige Wasserwerk entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und kann vor allem in Spitzenzeiten nicht ausreichend Wasser produzieren, um den gesamten Bedarf abzudecken.
Das Oberrheingebiet verfügt über ein außergewöhnliches Natur-, Landschafts- und Kulturerbe und über eines der bedeutendsten Grundwasservorkommen Europas.
So ist dieses Projekt nicht nur ein Beispiel für das Zusammenwachsen von Grenzregionen in Europa, sondern zeigt auch, dass durch eine grenzüberschreitende Kooperation die Trinkwasserversorgung und der Naturschutz effektiver praktiziert werden können.
Daniela Schmitt und Hermann Bohrer wünschten einen guten Verlauf der Baumaßnahmen und dass man sich im Zeit- und Kostenrahmen bewegen möge.
Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks ist im November 2021 vorgesehen.

Quelle: Wochenblatt Reporter
Autor: 
Britta Bender aus Bad Bergzabern

07. November 2019

FÖRDERBESCHEID FÜR DAS PAWENA-PROJEKT ZUR GEMEINSAMEN TRINKWASSERVERSORGUNG

Grenzenlose Nachhaltigkeit

Steinfeld. Die klimatische Veränderung zeigt sich insbesondere durch die hitzigen Sommermonate in den vergangenen Jahren. Die hohen Temperaturen über mehrere Wochen und die geringen Niederschlagsmengen bergen die Gefahr, dass vorhandene Wasserquellen versiegen.

Am vergangenen Donnerstag, 7. November, fand sich hoher Besuch in Steinfeld am Wasserwerk ein. Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt reiste aus Mainz an, um einen Förderbescheid zu überreichen; stellvertretend für Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing, welcher aufgrund des Lufthansa-Steiks verhindert war.
Die insgesamt 1.999.725 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fließen in das grenzüberschreitende Projekt „PAWENA“ – das steht für „Pfalz Alsace Wasser Eau Nature“. Projektträger ist der grenzüberschreitende Zweckverband Wissembourg-Bad Bergzabern mit der Verbandsgemeinde und den Stadtwerken Bad Bergzabern sowie der Stadt Wissembourg und dem Syndicat Mixte de production d'eau potable (Wasserzweckverband der Region Weißenburg). Die Gesamtkosten für dieses Projekt belaufen sich auf sieben Millionen.
Verbandsbürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern Hermann Bohrer begrüßte die Anwesenden.
Bei diesem Projekt handle es sich nicht nur um eine grenzüberschreitende Wasserversorgung sondern auch um einen grenzüberschreitenden Naturschutz.
Die jahrelange vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit ermögliche es, gemeinsam eine solch zukunftsweisende Aufgabe in Angriff nehmen zu können.
Bei dieser Aufgabe handelt es sich konkret um den Neubau des Wasserwerks Steinfeld und die Errichtung einer Pumpstation zur Notversorgung der Stadt Bad Bergzabern.
Auf französischer Seite steht der Bau eines Pumpwerks in Wissembourg und einer Verbindungsleitung nach Deutschland, als auch die Verlegung einer Verbindungsleitung zwischen den Wasserversorgungsanlagen der Ville de Wissembourg und dem Syndicat Mixte auf der Agenda des deutschfranzösischen Projekts.
Dadurch wird ein gegenseitiger Austausch von Trinkwasser möglich und so die Versorgungssicherheit von rund 80.000 Einwohnern gewährleistet.
Das beruhigt auch Christian Gliech, Bürgermeister der Stadt Wissembourg. Er selbst erlebte 1976 während eines extrem heißen Sommers im Alter von vier Jahren, was es bedeutet, wenn das Wasser aus dem Wasserhahn lediglich tropft anstatt zu fließen.
„Der Gemeinschaftssinn ist bereits vorhanden“, stellt Prof. Dr. Hannes Kopf, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, beteiligt an der Konzeption und zuständig für die Genehmigung des Projekts, fest. Die knapp zwei Millionen seien eine sinnvolle Investition in eine Baumaßnahme, „die auf lange Zeit die Trinkwasserbereitstellung auf beiden Seiten der Lauter sicherstellt.“
Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt betonte bei der Übergabe des Bescheids, dass man sich für die Zukunft rüsten müsse. „Vieles kann gelingen, wenn alle konstruktiv an einem Strang ziehen“.
Außerdem habe man große Verantwortung und dringende Vorbildfunktion für die nächste Generation.
Diese Verantwortung bezieht beim PAWENA-Projekt eben auch den Naturschutz mit ein.
Die Grundwasserbewirtschaftung erfolgt neben den Gewinnungsgebieten auf französischer Seite auch aus Tiefbrunnen im Wasserschutzgebiet Steinfeld sowie dem artesischen Reservoir in circa 70 Meter Tiefe unter dem Bienwald.
Wissenschaftlich wurde durch breit angelegte Studien vor dem Hintergrund zukünftiger klimatischer Veränderungen nachgewiesen, dass der Natur- und Ökohaushalt im Bienwald durch die Wasserentnahme aufgrund der hydrogeologischen Gegebenheiten nicht beeinträchtigt wird.

Quelle: Wochenblatt Reporter
Autor: 
Britta Bender aus Bad Bergzabern